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22 Aug Warum wir rebookr. entwickelt haben

Die Auseinandersetzung mit dem Vertrieb digitaler Inhalte im stationären Handel oder auf Messen war für uns eine besondere Herausforderung. Unsere ersten gemeinsamen Gespräche waren durchaus kontrovers und unsere Haltung zunächst sehr skeptisch in Anbetracht der Voraussetzungen und Konkurrenz im Verkauf von E-Books. Wir waren uns nicht sicher, ob ein stationärer Vertrieb überhaupt sinnvoll ist. Wir verfolgten zwei Kernziele: Zum einen wollten wir eine kostengünstige Möglichkeit finden, digitale Produkte aufmerksamkeitsstark und kundennah lokal zu präsentieren. Zum anderen sollten die präsentierten Inhalte auch direkt von den Kunden gekauft und umgehend genutzt werden können. Es sollte sowohl für den Filialbuchhandel, für kleine oder spezialisierte Buchhandlungen, als auch für große oder kleine Verlage bei der Präsentation des eigenen Verlagsprogramms einsatzfähig sein. Dazu kommt der Anspruch, die Administration des Systems auch so einfach wie möglich zu konzipieren, um auch die bisher skeptischen Händler oder Verlage zu überzeugen, damit sie es als Bereicherung annehmen würden. Im Grunde suchten wir also die klassische Wollmilchsau.

Arena_FZ_blau_rot_SchriftzugDer Wettbewerb des Börsenvereins “Arena for Books” wurde für uns zum Anlass und wir verfolgten die Einreichungen mit großem Interesse. Viele Ideen sind sehr spannend, aber aus unserer Sicht verfolgen viele davon aber nur eine bestimmte Richtung oder berücksichtigen nicht die gesamte Komplexität des Vertriebs digitaler Güter wie E-Books in der Verlagsbranche. Die Verwendung von QR Codes als Download-Link auf Karten oder andere optisch aufwändige Verpackungen von Intangibles, führen das Medium E-Book aus unserer Sicht aber Ad Absurdum. Digitale Inhalte auf analoge Träger zu übertragen erschien uns wenig sinnvoll.

Anders als Caspar Armster, der mit sich ebenfalls Gedanken zum Messestand der Zukunft gemacht hat und mit einem recht aufwändigen Konzept aufwartet (welches für Kleinverlage allerdings wohl kaum finanzierbar ist), standen für uns aber noch weitere Punkte im Vordergrund. Wir wollten nicht nur die optimale Präsentation digitaler Medien herausstellen, sondern vielmehr einen holistischen Ansatz für den Vertrieb im stationären Handel entwickeln.

Nach einiger Überlegung haben wir uns schließlich dagegen entschieden, unser Konzept bei Jovoto im Rahmen der Ausschreibung einzureichen. Die Kritik der TOS auf Jovoto teilen wir mit Caspar Armster in manchen Punkten, aber darum ging es uns nicht in erster Linie. Wir wollten das Konzept nicht vollständig im stillen Kämmerlein entwickeln oder im Rahmen eines institutionellen Wettbewerbes vorstellen, sondern bewusst komplett öffentlich machen, um damit eine offene Diskussion zu starten, die die verschiedenen Beteiligten zusammen bringt.

Auch unser Ansatz kann nur bis zu einer bestimmten Tiefe gehen, da trotz unserer Branchenkenntnis die Heterogenität des Verlagswesens noch weitere Meinungen und Kritik von außen erfordert, um es als eine mögliche Lösung zu etablieren. Daher laden wir deutlich zu einem Diskurs ein und freuen uns sehr über offenes Feedback.

 

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